Südamerika Nachrichten
Burger King wurde nach Brasilien verkauft
New York: Jetzt ist es offiziell: Der Finanzinvestor 3G Capital verleibt sich die weltweit zweitgrößte Fast-Food-Kette Burger King ein. Für vier Milliarden Dollar (3,12 Milliarden Euro) inklusive Schulden schluckt 3G Capital das börsennotierte Unternehmen. Der Verwaltungsrat von Burger King habe dem Geschäft zugestimmt, teilte der Schnellrestaurant-Betreiber am Donnerstag mit. Damit ging der andere Interessent, die britische Beteiligungsgesellschaft 3i Group, leer aus. Das Geschäft soll noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden. Die Großaktionäre TPG Capital, Goldman Sachs Capital Partners und Bain Capital Investors – die rund 31 Prozent an Burger King halten – haben bereits zugestimmt. Die Aktionäre bekommen 24 Dollar pro Anteil in bar ausgezahlt. Das entspreche einem Aufschlag von 46 Prozent des Aktienkurses zum Schlusskurs vom Dienstag. Am Mittwoch hatten erste Spekulationen über eine bevorstehende Übernahme die Aktie steil nach oben getrieben. Seitdem verdichteten sich Hinweise, dass die weithin unbekannte 3G zuschlägt. Hinter dem New Yorker Finanzinvestor stehen reiche Brasilianer. Alex Behring von 3G sprach von einer Kultmarke, die sich seine Gesellschaft einkaufe. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen, zudem kann theoretisch noch ein Konkurrenzanbieter auftauchen. Bis 2006 war Burger King schon einmal komplett in der Hand von Finanzinvestoren. Burger King hat die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit auf dem Heimatmarkt stärker zugesetzt als seinen Rivalen. Die Kette hat vor allem junge Männer als Kunden, die stark vom Stellenabbau in der Industrie betroffen sind. Burger King war erst vor vier Jahren an die Börse gegangen. (wienerzeitung.at)
Ganz Chile jubelt
Esperanza: Botschaft aus der Tiefe: 33 seit über zwei Wochen verschüttete Bergleute leben. Gold und Kupfer sollten sie holen, dann schloss der Fels sie in 688 Metern Tiefe ein. Selbst im Lager „Esperanza“ nahe der Unglücksmine San José in Chiles Atacama-Wüste war die Hoffnung zuletzt gesunken. Familien und Freunde campieren dort seit dem Grubenunglück am 5. August, warteten verzweifelt auf eine Nachricht von den 33 verschütteten Bergarbeitern. Wochenlang herrschten Verzweiflung und Trauer. Jetzt kam die erlösende Botschaft: „Sie leben.“ Immer wieder waren die fieberhaft arbeitenden Rettungsmannschaften trotz modernsten Gerätes mit ihren Versuchen gescheitert, Kontakt zu den Vermissten herzustellen. Zuletzt stellte sich ein riesiger, schätzungsweise 700 000 Tonnen schwerer Felsbrocken in den Weg. Dann aber gelang der Durchbruch. Eine winzige Bohrsonde fand ihren Weg durch einen etwa acht Zentimeter großen Schacht in den kleinen Schutzraum, in dem die 33 Männer seit nunmehr fast drei Wochen ausharren. Dort soll es begrenzte Nahrungsmittelvorräte geben. Zudem verfügt die Mine über Wasservorkommen.
„Heute weint ganz Chile vor Freude.“Staatspräsident Sebastián Pinera
An der Erdoberfläche brach stürmischer Jubel der Erleichterung aus, als Staatspräsident Sebastián Pinera vor den Angehörigen einen ersten in Klarsichtfolie verpackten Papierfetzen schwenkte, auf den die Männer nur ein paar Worte gekritzelt hatten: Uns geht es gut in dem Schutzraum – die 33. „Heute weint ganz Chile vor Freude und Ergriffenheit“, freute sich Pinera. Lilian, die Ehefrau des verschütteten, bereits 63 Jahre alten Mario Gómez, wurde vom Bergbauminister Laurence Golborne selbst unterrichtet. „Lili, dein Mann schickt dir eine Botschaft und sagt, dass er dich und die Kinder sehr liebt“, habe der Minister ihr gesagt. „Ich konnte das Glück nicht fassen.“ Ihr Mann fährt schon seit seinem zwölften Lebensjahr unter Tage. Beide sind seit 30 Jahren verheiratet, haben vier Töchter und sieben Enkelkinder. Mit so viel Bergbau-Erfahrung weiß man, wie lange es dauert, Verschüttete aus fast 700 Metern zurück ans Licht der Sonne zu holen. „Gott ist groß und mit seiner Hilfe werden wir es schaffen, hier aus dieser Mine lebend rauszukommen, auch wenn wir Monate warten müssen“, schrieb Gómez in seiner Nachricht, die nach dem ersten Lebenszeichen ans Tageslicht gezogen wurde. Mit dieser Einschätzung könnte er recht behalten. Zwar dürfte alle Arbeit an der rund 800 Kilometer nördlich Santiagos gelegenen Mine nun leichter von der Hand gehen, nachdem die Rettungskräfte wissen, dass die 33 leben. Doch man geht von Monaten aus, bis die Gold- und Kupfermine die Männer freigibt. Die einzige Möglichkeit dürfte sein, sie durch einen vertikal nach unten getriebenen Schacht ans Tageslicht zu befördern. Gleich begonnen haben die Bohrarbeiten für einen Kanal mit einem größeren Durchmesser, durch den die Kumpel mit Nahrung und Wasser versorgt werden sollen. Durch den ersten Schacht hatten die Rettungsteams nach dem ersten Kontakt eine Mini-Kamera herabgelassen. Die Männer waren mit nackten Oberkörpern zu sehen. Dort unten ist es sehr feucht und mit schätzungsweise 36 Grad auch sehr heiß. Verschwitzte Gesichter drängten sich vor die Kameralinse. Trotz der Misere leuchteten die Augen der Kumpel vor Hoffnung. Auch wenn sie vielleicht noch Monate in ihrem unterirdischen Verließ ausharren müssen: Ihr Aufstieg hat schon begonnen. (mainpost.de)
LATAM - TAM und LAN bilden Südamerikas größte Fluggesellschaft
Sao Paulo: Die Konsolidierung der Luftfahrtbranche greift nun auch auf Lateinamerika über. Brasiliens führende Fluggesellschaft und Lufthansa-Partner TAM und ihr Rivale LAN aus Chile wollen sich zur größten Fluggesellschaft Südamerikas zusammenschließen. Die Transaktion hätte einen Wert von 2,7 Milliarden Dollar. Weltweit wäre die neue Latam Airlines Group mit 46 Millionen Passagieren pro Jahr die Nummer elf. Die beiden Marken LAN und TAM würden erhalten bleiben und insgesamt 115 Ziele in 23 Ländern anfliegen. Aus dem Zusammenschluss würde ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt 8,5 Milliarden Dollar und 40.000 Angestellten hervorgehen. "Wir haben kritische Zeiten", sagte LAN-Chef Enrique Cueto, der Chef der neuen Holding LATAM werden soll. Weltweit schlössen sich Fluggesellschaften zusammen und auch für die Branche in Lateinamerika sei die Zeit reif. Dank der guten Wirtschaftsentwicklung in Südamerika wird derzeit die Mittelschicht, die sich Flugreisen leisten kann, immer größer. Damit steigt aber auch der Wettbewerb. TAM rutschte zuletzt wegen der Konkurrenz von Billigfliegern und hoher Kosten in die roten Zahlen. Die Synergien durch die Fusion mit LAN könnte sich den Chilenen zufolge auf 400 Millionen Dollar jährlich summieren. Der Zusammenschluss von TAM und LAN steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und Anteilseigner. Ein bindender Vertrag könnte innerhalb von drei Monaten unterschrieben werden, sagte Cueto. Die Konzernhochzeit soll durch einen reinen Aktientransfer vollzogen werden. So sollen TAM-Aktionäre je Anteilsschein 0,9 LAN-Aktien erhalten. Hindernisse könnten jedoch von politischer Seite kommen. Nach brasilianischem Gesetz dürfen Ausländer nicht mehr als 20 Prozent einer heimischen Fluggesellschaft halten. Sollte der Deal aber wie geplant über die Bühne gehen, wären die Chilenen im Besitz von 73 Prozent an TAM. Von Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva kam aber noch kein Protest. Mit ihrem Streckennetz würden sich die beiden Gesellschaften gut ergänzen. Während LAN vor allem in den südamerikanischen Ländern wie Peru und Argentinien sehr präsent ist, werfen bei TAM vor allem die Routen nach Europa Gewinn ab. LAN ist eine der profitabelsten Fluggesellschaften in Südamerika und war seit langem auf der Suche nach Möglichkeiten, das Geschäft in Brasilien auszubauen, dem größten Markt Südamerikas. TAM, das für Taxi Aereo Marilia steht, wurde 1961 als kleines Frachtunternehmen gegründet. Elf Jahre später wurde es von dem Piloten Rolim Amaro übernommen und während der folgenden 30 Jahre zu einer großen Fluggesellschaft ausgebaut. Amaro - oder Kapitän Rolim - kam 2001 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Mehrere andere Fluggesellschaften haben es den beiden lateinamerikanischen schon vorgemacht. Jüngst hatten sich British Airways und die spanische Iberia zur nach Umsatz weltweiten Nummer Drei zusammengeschlossen. Die Lufthansa hat sich mit der Übernahme von Swiss, Austrian, Brussels und British Midland hochgearbeitet, während Air France die niederländische KLM schluckte und sich mit der neuen Alitalia verbündete. Und in den USA wollen United und Continental die weltgrößte Fluggesellschaft schmieden. Beide US-Konzerne arbeiten wie TAM mit der Lufthansa in der "Star Alliance" zusammen. Die Bündniszugehörigkeit der neuen Latam ist noch unklar. LAN gehört zum Konkurrenzbündnis Oneworld, in dem auch British Airways und American Airlines fliegen. (Reuters)
Uruguayer sind Weltmeister im Rindfleischkonsum
Montevideo: Die Uruguayer essen im Durchschnitt 58,2 Kg Rindfleisch pro Jahr, womit sie sich in das Volk verwandeln welches am meisten Fleisch verzehrt in der Welt. Der zweite Platz wurde an das Nachbarland Argentinien vergeben, laut dem nationalen Institut für Fleisch (INAC). "Seit fünf Jahren steigt der Fleischkonsum in Uruguay", sagte Garbriel Costas, Kontrolleur des Binnenmarktes der INAC. Für das Jahr 2010 wird ein weiterer Anstieg von 5 Prozent erwartet, als mehr als 60 Kg pro Jahr, etwa 5 Kg mehr als in Argentinien. Die Argentinier waren schon bei einem Rekordverzehr von Rindfleisch bei 68 Kg pro Jahr und Person. Deutschland zum Vergleich hat Fleischkosum von 84 Kg pro Jahr und Einwohner, wobei die Hälfte davon Schweinefleisch ist. (Wochenblatt / Abc)
Vier Kinder sterben nach Fledermausbissen in Peru an Tollwut
Lima: Nach Bissen von blutsaugenden Vampirfledermäusen sind in Peru mindestens vier Kinder an der Tollwut gestorben. Die zwischen vier und zehn Jahre alten Opfer gehörten zum indianischen Stamm der Awajun, die im Amazonas-Dschungel an der Grenze zu Ecuador leben, teilte das Gesundheitsministerium in Lima mit. Bis Ende Juli mussten in der Region demnach mehr als 500 Menschen nach Fledermausbissen behandelt werden. Sie seien von den Tieren mit Infektionskrankheiten angesteckt worden. Das Gesundheitsministerium entsandte ein Wander-Impfteam in die Gegend. Die Ausbreitung der Tollwut sei aber "unter Kontrolle". Bei der Tollwut handelt es sich um eine fast immer tödlich verlaufende Virusinfektion, die in einigen Regionen Perus von blutsaugenden Vampirfledermäusen übertragen wird. Die Tiere ernähren sich neben Insekten hauptsächlich von Rinderblut. Manchmal fallen sie aber auch Menschen an, die in der Umgebung von Rindern leben. An der Tollwut waren nach Fledermausbissen zwischen Ende 2009 und Anfang 2010 bereits sieben Kinder in Peru gestorben. (AFP)
Kolumbien und Venezuela sprechen über Neuanfang
Bogotá: Die Präsidenten von Venezuela und Kolumbien, Chavez und Santos, sind am Dienstag zusammengetroffen, um die heftigen Differenzen zwischen ihren Staaten beizulegen. Das Treffen fand in Santa Marta an der kolumbianischen Karibikküste statt. Der Ort hat eine symbolische Bedeutung, weil hier 1830 der Freiheitsheld Südamerikas, Simon Bolivar, gestorben ist. Chavez hatte im vergangenen Jahr die Beziehungen zu Kolumbien eingefroren, nachdem Santos' Vorgänger Uribe den USA erlaubt hatte, kolumbianische Stützpunkte für den Kampf gegen den Drogenhandel zu benutzen. Vor zwei Wochen brach der Venezolaner dann völlig mit dem Nachbarn, nachdem Uribe ihn beschuldigt hatte, Stützpunkte der linken kolumbianischen FARC-Rebellen auf seinem Territorium zu beherbergen. Nach seiner Vereidigung als neuer Präsident Kolumbiens hatte Santos am vergangenen Samstag versprochen, er wolle sich vor allem um eine Verbesserung der Beziehungen mit den Nachbarn Venezuela und Ecuador bemühen. Bei seiner Ankunft in Santa Marta am Dienstag zeigte er sich optimistisch, warnte aber vor übergroßen Erwartungen. Chavez sagte, er habe den "Willen, das wiederherzustellen, was zerbröckelt ist". (Kleinezeitung.at)
Entdeckten einen peruanischen Richter der mit einem Drogendealer, den er zuvor befreite, Bier trank
Chachapoyas: Ein Richter aus Peru gab einem Drogendealer die Freiheit zurück und trank wenig später Bier mit ihm in einer Kantine der nordöstlichen Stadt Chachapoyas. Dabei wurde er von Kollegen gefilmt. Der Jurist und Strafrichter von Chachapoyas, Edgar Víctor Gómez Quispe, wurde auf Verdacht in einer Stadt, 790 km nördlich von Lima dabei gefilmt wie er Bier und Likör trank mit dem Drogendealer Teófilo Portocarrero Fernández, dem er auf freien Fuß setze bis zur Verhandlung. Beide befanden sich in einer Bar, begleitet von zwei Polizisten und dem Gefängnisdirektor wo zuvor der Beschuldigte einsaß. Die Gruppe saß an einem Tisch bestückt mit vier Flaschen Bier. "Es ist eine große Enttäuschung das ein Richter nicht die richtige Grundeinstellung hat um mit so einer Situation zurecht zu kommen. Es kann nicht sein das ein Gerichtsmitarbeiter mit Beschuldigten alkoholische Getränke zu sich nimmt", sagte Enrique Mendoza, Chef der Justizkontrollbehörde (OCMA). Gómez Quispe wurde nun Hauptakteur einer neuen Untersuchung wegen "Fehlverhalten". "Die Justizbehörde kasteit, sanktioniert und enthebt die Personen aus dem Amt die nicht pflichtbewusst ihrer Arbeit nachgehen", sagte der Chef der OCMA zum Fernsehkanal Panamericana TV, die das Video, aufgenommen Ende Juli 2010, ausstrahlten. (Wochenblatt / La Nación)
Ausbruch der Lungenpest in Peru - Hochgradig ansteckende Infektionskrankheit
La Libertad: In der peruanischen Provinz Ascope (Region La Libertad) im Nordwesten des Landes, ist die Lungenpest ausgebrochen. Eine Abordnung von Spezialisten aus dem Ministerium für Gesundheit wurde in das betroffene Gebiet entsandt, um die Situation zu beurteilen und zu lösen. Nach Angaben der Spezialisten gibt es drei bestätigte Fälle und einen Verdachtsfall. Bei den Erkrankten handelt es sich um eine 29 jährige Frau, einen Arzt von 35 Jahren, der die Patientin besuchte und einen 21 Jahre alten Medizinstudenten. Der Verdachtsfall ist ein Knabe unter 5 Jahren, aus der Stadt Mariposa Leyva. Alle vier Fälle werden auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt. Die Lungenpest ist von allen Formen der Pest die sich am schnellsten entwickelnde Art und ist deshalb als gefährlichste Form anzusehen. Sie macht sich mit plötzlich einsetzendem Schüttelfrost bemerkbar, zu dem sich rasch ein hohes Fieber gesellt. Husten setzt ein, der zunimmt und bereits am zweiten Tag blutigen Auswurf hervorbringen kann. Im Endstadium können massive Blutungen auftreten und es kann zu einem Multi-Organversagen kommen, welches dann den Tod bedeutet. (latina-press.com)
Argentinien: Wie Maradona als Nationaltrainer abserviert wurde
Buenos Aires: Der Abschied von Diego Maradona war im Anschluss an Argentiniens WM-Aus als fast vierwöchiges Intrigenspiel aufgeführt worden. Die Protagonisten schwiegen. Stattdessen war es Cherquis Bialo vorbehalten, das Ende der Ära von Diego Maradona als Nationaltrainer Argentiniens zu verkünden. „Der Vertrag wird nicht verlängert“, gab der Sprecher des argentinischen Fußballverbandes AFA die Entscheidung des Exekutivkomitees bekannt. Fragen verbat er sich. Hätte Bialo sie zugelassen, es wäre ein langer Abend geworden. Maradonas Abschied war im Anschluss an Argentiniens WM-Aus gegen Deutschland als fast vierwöchiges Intrigenspiel in mehreren Akten aufgeführt worden. Durch die Vorrunde der Titelkämpfe in Südafrika hatte Argentiniens Fußball-Idol sein Starensemble um Weltfußballer Lionel Messi noch als busselnder Derwisch an der Seitenlinie gepeitscht. Als jedoch taktisches Geschick gefragt war, offenbarte Maradona, dass ihm die Rolle des Strategen nicht liegt. AFA-Boss Julio Grondona dürfte bereits damals klar geworden sein, dass das Projekt Maradona gescheitert war. Einfach feuern wollte der gewiefte Funktionär den Volkshelden jedoch nicht. Leider weigerte sich dieser jedoch, sein Scheitern einzugestehen und von selbst seinen Posten zu räumen. Im Gegenteil: Der begeisterte Empfang, den zehntausende Fans Maradona und seiner Elf bei der Rückkehr bereiteten, schien den ehemaligen Weltklassespieler in seinem Durchhaltewillen zu bestätigen. Für Grondona keine einfache Situation, zumal er es sich nicht mit Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner verscherzen darf. Seit der Staat vor einem Jahr mit Steuergeldern die Übertragungsrechte der heimischen Liga erwarb, sind Politik und Sport enger den je verwoben. Und Grondona wollte auf keinen Fall derjenige sein, der den Nationalhelden vom Sockel stürzt. Und so sagt er: „Maradona ist der einzige Mensch in Argentinien, der tun kann, was er will.“ Was nach Blankoscheck klang, entpuppte sich beim näheren Hinsehen allerdings als geschickter Schachzug, Maradona den Weg durch den Hinterausgang zu weisen. Die in Aussicht gestellte Vertragsverlängerung bis zur WM 2014 knüpfte Grondona an Bedingungen, die Maradona nicht akzeptieren konnte. Früh hatte dieser angekündigt, seine Arbeit nur in unveränderter personeller Konstellation fortsetzen zu wollen: „Wenn sie an den Zeugwart ran wollen, wenn sie an den Masseur ran wollen, bin ich weg“. Eine Steilvorlage für Grondona, der bald von Maradona forderte, sich von seinen Vertrauten trennen zu müssen.Einen Nachfolger gab der Verband noch nicht bekannt. Beim Spiel am 11. August in Dublin gegen Irland sitzt zunächst Maradonas Weltmeister-Kollege Sergio Batista auf der Bank. Bis zur Partie am 7. September in Buenos Aires gegen Spanien will Grondona aber einen neuen Chefcoach gefunden haben. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Alejandro Sabella. Der Trainer des argentinischen Erstligisten Estudiantes de La Plata ist der Gegenentwurf zu Maradona: ruhig und akribisch. Eine schnelle Entscheidung sei jedoch nicht zu erwarten. Soviel ließ sich Grondona dann doch beim Verlassen der AFA-Zentrale entlocken. Den Vorwurf, er habe Maradona gefeuert, widersprach er bei gleicher Gelegenheit. „Wir haben ihn nicht rausgeworfen, wir konnten uns vielmehr nicht auf eine Verlängerung einigen“, formulierte er. Die Fan-Seele sieht dies allerdings anders, wie Grondona registrieren musste. „Grondona, der Volksverräter“ hatten Maradona-Anhänger in gelben Lettern an die Fassade des AFA-Gebäudes gesprüht. (welt.de)
Venezuela verstärkt Truppen an der Grenze zu Kolumbien
Caracas: Im Konflikt mit Kolumbien hat Venezuela die Truppen an der gemeinsamen Grenze verstärkt. Bereits am Wochenende seien rund tausend Nationalgardisten in der Grenzregion eingetroffen, teilte ein Kommandant mit. Die Einheiten stünden in Alarmbereitschaft, besondere Operationen seien aber nicht geplant. Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien scheint die venezolanische Regierung um Entspannung bemüht. In einem Brief an alle UN-Mitgliedstaaten äußerte die Regierung die Hoffnung, dass der designierte kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos eine Versöhnung mit Venezuela anstreben werde. Zugleich wird in dem Schreiben der Vorwurf bekräftigt, der scheidende kolumbianische Präsident Alvaro Uribe erwäge einen Angriff auf Venezuela. Kuba will Venezuela in dem Konflikt beistehen. Man unterstütze das Recht Venezuelas, sich gegen Drohungen und Provokationen zu verteidigen, sagte Kubas Präsident Raul Castro zum Abschluss eines kubanisch-venezolanischen Regierungstreffens. (wienerzeitung.at)
Argentinien führt Homo-Ehe ein – die Kirche tobt
Buenos Aires: Argentinien ist das erste Land in Lateinamerika, in dem Schwule und Lesben heiraten dürfen. Unterstützung kommt von höchster Stelle. Gegen den Widerstand der katholischen Kirche hat Argentinien als erstes Land Lateinamerikas die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe beschlossen. Der Senat billigte nach einer 14-stündigen Marathondebatte ein entsprechendes Gesetz mit einer Mehrheit von 33 Stimmen bei 27 Gegenstimmen. Das Abgeordnetenhaus hatte schon im Mai zugestimmt. Demonstranten für das Gesetz, die trotz winterlicher Kälte stundenlang vor dem Parlamentsgebäude ausgehalten hatten, reagierten mit Jubel. Präsidentin Cristina Kirchner hatte sich für das Gesetz stark gemacht und bereits angekündigt, dass sie kein Veto einlegen werde. Bisher hatte nur das lokale Parlament von Mexiko-Stadt im Dezember die Homo-Ehe in der mexikanischen Hauptstadt gebilligt. Buenos Aires gilt als eine der tolerantesten Metropolen Lateinamerikas gegenüber Homosexuellen. „Das Parlament hat eine sehr wichtige Entscheidung getroffen“, zitierte die Zeitung „La Nación“ den Vorsitzenden der Regierungsfraktion Miguel Ángel Pichetto. Der Sozialist Rubén Giustiniani sprach von einem „historischen Tag“. Die Debatte um die Ehe zwischen Partner gleichen Geschlechts hatte eine bittere Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern ausgelöst. Teile der Opposition und der Medien sowie vor allem die in Argentinien besonders konservative katholische Kirche liefen Sturm gegen die Novelle. Etwa 50.000 Menschen hatten sich an einer Protestkundgebung vor dem Parlament in der Hauptstadt Buenos Aires beteiligt. Unter dem Slogan „Die Kinder haben ein Recht auf eine Mutter und einen Vater“ demonstrierten sie gegen das Gesetzesprojekt, das der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, als „Schachzug des Teufels“ gebrandmarkt hatte. Befürworter äußerten sich entsetzt über die „Rückständigkeit“ der katholischen Kirche. Statt den Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben hätten, sollten diese Katholiken lieber gegen Kindesmissbrauch in ihren eigene Reihen und gegen familiäre Gewalt demonstrieren, meinte eine Teilnehmerin. (welt.de)

















